Konflikte sind eine Chance – auch für Schulen und Schüler*innen

Es gibt Sätze, die sind so allgegenwärtig, dass sie beinahe schon langweilig sind. Eine Aussage wie diese zum Beispiel, welche Sie in der ein oder anderen Form sicher von überall kennen:

Konflikte sind normal, sie gehören zum Leben dazu und bieten auch immer eine große Chance für alle Beteiligten.“

Wie kommt es dann, dass es den meisten von uns im Alltag oft so schwer fällt, Konflikte anzusprechen, auszutragen, auszuhalten und sich zu streiten? Oder dass auch Schulsozialpädagog*innen, pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte in der Regel nicht begeistert sind, wenn es schon wieder im schulischen Alltag zu Konflikten zwischen Schüler*innen kommt? Meine These: Binsenweisheiten macht es uns Menschen eben nicht leichter, Unangenehmes auszuhalten und ganz konkret zu verhandeln.

Was es hingegen einfacher macht, ist Schulmediation als eine Form mit Konflikten gut umzugehen. Mediation ist einerseits Konfliktprävention und andererseits Konfliktintervention. Natürlich kommt es durch Schulmediation nicht zu weniger Streit. Es geht vielmehr darum, Schüler*innen die Werkzeuge dafür in die Hand zu geben, ihre Konflikte selbst und produktiv zu lösen.

Schulmediation wird oft mit „Konfliktlotsen“ und „Streitschlichten“ assoziiert, doch bei Mediation wird weder gelotst noch geschlichtet. Es geht stattdessen um das Verfahren der Mediation an der Schule. Die Grundidee dabei ist, dass eine Vermittlung zwischen Streitparteien von einer allparteilich dritten Person erfolgt. Es soll eine einvernehmliche Lösung für alle Beteiligten gefunden werden, und jede*r soll durch die Übereinkunft gewinnen.

Es gibt folgende Leitideen:

  • Mediation ist freiwillig. (Wenn Schüler*innen von einer Lehrkraft zur Mediation „geschickt“ werden, dann ist das sicher eher semi-freiwillig, aber dennoch…)
  • Die Inhalte der Mediation sind vertraulich, dürfen also nicht Eltern, Lehrkräften oder andere Schüler*innen erzählt werden. Das Ergebnis wird in einer Vereinbarung festgehalten.
  • Mediator*innen sind allparteilich, also neutral.
  • Die Schulmediation ist schüler*innenzentriert – die Kinder finden eigene Lösungen für ihre Schwierigkeiten miteinander.

Weitere zentrale Punkte für Schulmediation beinhalten:

  • Es geht nicht um das Finden einer „schuldigen“ Person oder um die Suche nach jemandem, die oder der „angefangen“ hat.
  • Das Wichtige ist, wie die Mediant*innen den Konflikt lösen und in Zukunft miteinander umgehen wollen – nicht, wie der Konflikt sich ganz genau zugetragen hat.
  • Leichte und mittelschwere Konflikte sind der Mediation angemessen, nicht aber Mobbing und Gewalt.
  • Alle bringen ihre Sichtweise ein, und es können unterschiedliche Perspektiven stehengelassen werden.

Dass Schulmediation eine feine Sache ist, bestreiten die wenigsten. Und dass es möglicherweise eine gute Idee wäre, an der eigenen Schule ein solches Programm auszuprobieren, würden vielleicht auch nicht so viele in Frage stellen. Aber wie ein solches Projekt genau ins Leben gerufen werden kann, das lässt bei etlichen Schulsozialarbeiter*innen, Pädagog*innen und Lehrkräften die Fragezeichen geradezu bildlich herumschwirren.

Ganz konkret ist der Weg zu einem Projekt an der Schule: zwei Pädagog*innen absolvieren eine Schulmediationsausbildung (diese umfasst nach den Richtlinien des Bundesverbandes Mediation 80 Stunden) und bilden daraufhin Schüler*innen mit je 40 Stunden für Peer-Mediation aus. Letztere sind dann Ansprechpersonen für Konflikte auf dem Schulhof usw., und sie können sich bei Fragen oder Schwierigkeiten an die ausgebildeten Pädagog*innen wenden. Dies ist die Kurzform. Für mehr Informationen schreiben Sie mich gerne an oder vereinbaren Sie einen Termin mit mir. Oder Sie buchen den Gold-, Platin- oder Premiumkurs auf dieser Seite, denn das ist der sicherste Weg zu einem gelingenden Projekt in Ihrer Schule und in Ihrer Einrichtung.

Alles Gute für Sie sagt Dr. Christa Schäfer

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